10. November 2016

Ab heute gilt im Sexualstrafrecht: Nein heißt Nein!

Schon lange haben unser Bundesverband der bff und viele andere Verbände ein Sexualstrafrecht eingefordert, das den Anforderungen der Istanbul-Konvention entspricht. Nach dem Inkrafttreten des reformierten Sexualstrafrechts schreibt der bff in seiner Pressemitteilung:

Damit ist ein sexueller Übergriff auch schon dann strafbar, wenn er gegen den erkennbaren Willen einer Person ausgeführt wird. Es kommt nicht mehr darauf an, ob eine betroffene Person sich gegen den Übergriff gewehrt hat oder warum ihr dies nicht gelungen ist. Damit wird endlich auch in Deutschland die Anforderung der Istanbul-Konvention umgesetzt, wonach alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind. „Dieses Gesetz ist ein Meilenstein für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung in Deutschland“ freut sich Katja Grieger, Geschäftsführerin des bff.

Mit der Reform wird auch die Ungleichbehandlung im Strafrahmen bei Betroffenen mit Behinderung abgeschafft, bisher war ein sexueller Übergriff gegen eine ‚widerstandsunfähige‘ Person mit geringerer Strafe bedroht. Nach dem neuen Gesetz kann ein Übergriff gegen eine Frau mit Behinderungen härter bestraft werden. Das ist ein stärkendes Signal für alle Frauen mit Behinderungen, die ja überproportional häufig Übergriffe erleben.

Ganz neu eingeführt wird der Straftatbestand der sexuellen Belästigung. Dadurch sind künftig auch Übergriffe strafbar, die bislang als nicht erheblich eingestuft waren.

 

Der Reform war eine jahrelange rechtspolitische Debatte vorangegangen. Kritiker_innen hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Neuregelung die bestehenden Beweisprobleme nicht löst. Dazu Katja Grieger: „Sexuelle Übergriffe werden immer schwer zu beweisen sein. Dies darf aber kein Grund sein, an einem schlechten Gesetz festzuhalten. Es ist sehr erfreulich, dass der Deutsche Bundestag dieser Argumentation gefolgt ist“. Die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe erhoffen sich von dem neuen Gesetz auch eine Signalwirkung in die Gesellschaft hinein. Katja Grieger erläutert: „Die Botschaft ist jetzt ganz klar und eindeutig: Wer ein NEIN ignoriert, tut Unrecht.“

Bild in Lightbox öffnen: no

03. November 2016

Einladung zur Kunstausstellung/Vernissage

Vernissage – Kunstausstellung

Wann:  Donnerstag, 24. November 2016, ab 17:30

Wo:      Frauennotruf München in der Saarstraße 5

Wir freuen uns, die Bilder der Münchner Künstlerin Lotte Lehmann in unseren Räumen zu zeigen.

Sie sind herzlich eingeladen zu einem spannenden, genussvollen und anregenden Abend.

vernissage-kunstausstellung


20. Oktober 2016

Fachgespräch § 177

Fachgespräch mit Input & Austausch zum Thema „Das neue Sexualstrafrecht“

Datum:  Mittwoch, 9.11.2016
Zeit:       10 – 12 Uhr
Ort:        Frauennotruf München, Saarstr. 5, 80797 München (barrierefrei)

Im Rahmen der Münchner Aktionswochen gegen Gewalt an Frauen, Mädchen und Jungen laden wir ein zu einem
Fachgespräch mit Input & Austausch zum Thema „Das neue Sexualstrafrecht“.

Frau Antje Brandes, Fachanwältin für Strafrecht, erläutert die Neuerungen im Sexualstrafrecht nach der Gesetzesänderung.

Insbesondere geht es um die Fragen:

Welche Lücken wurden geschlossen?
Welche Probleme bleiben bestehen?

Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch mit Ihnen!

Anmeldung:
Per mail info@frauennotrufmuenchen.de oder telefonisch unter 76 37 37

 


05. Oktober 2016

Aktion „Sichere Wiesn“ – Bilanz

Mehr Hilfesuchende als im Vorjahr

Der Trend, der sich bereits zur Wiesn-Halbzeit abzeichnete, hat sich fortgesetzt: auch in der zweiten Oktoberfestwoche suchten zahlreiche Mädchen und Frauen Hilfe am Security Point. Insgesamt 215 Wiesnbesucherinnen stand das Team heuer in Problem- und Krisensituationen zur Seite (2015: 197). Ähnlich wie in den Vorjahren überwogen die Fälle von präventiver Hilfeleistung; 18 Mädchen und Frauen wurden von den Fachberaterinnen aufgrund von erlebter Gewalt auf dem Festgelände beraten. In 9 Fällen waren die Frauen von sexueller Gewalt betroffen. Es handelte sich um verschiedene Formen, angefangen bei Grabschereien und Grenzverletzungen bis hin zu schweren sexuellen Übergriffen. 3 Besucherinnen erlebten Partnerschaftsgewalt, 6 weitere körperliche Gewalt durch Fremde.

Zusätzlich zu den 215 Klientinnen hatte das Team des Security Points Kontakt zu 57 Begleitpersonen wie Angehörige, Freund*innen, Partner*innen.

Besonders jüngere Frauen und Touristinnen benötigten Hilfe

So international wie in den Festzelten ging es heuer auch wieder am Security Point zu: Rund 58% der Hilfesuchenden kamen aus dem Ausland (125 Frauen). Dabei stellten Besucherinnen aus den USA die bei weitem größte Gruppe dar: mit 40 Hilfesuchenden machten die Amerikanerinnen rund ein Drittel aller Touristinnen aus. Insgesamt suchten Wiesnbesucherinnen aus 25 verschiedenen Ländern Unterstützung in der Anlaufstelle. Dementsprechend fanden knapp über die Hälfte der Beratungen auf Englisch statt (54%).

Aus der Landeshauptstadt nahmen 40 Mädchen und Frauen das Angebot in Anspruch, die übrigen Klientinnen kamen aus anderen deutschen Städten auf das Oktoberfest.Ähnlich wie in den Vorjahren benötigten vor allem jüngere Frauen Hilfe und Unterstützung: 84% der Hilfesuchenden waren unter 30 Jahre alt.

Sicherer Heimweg mit IsarFunk

In Kooperation mit dem Münchner Taxiunternehmen IsarFunk konnte das Team des Security Points auch heuer wieder vielen Frauen einen sicheren Heimweg bieten. Das Unternehmen ermöglichte es, schnell und unkompliziert für Klientinnen der Anlaufstelle ein Taxi zu bestellen. Darüber hinaus unterstütze IsarFunk die Aktion großzügig mit Taxigutscheinen für Frauen, die beispielsweise bestohlen wurden oder ihr Portemonnaie verloren hatten, so dass auch sie einen sicheren und kostenlosen Heimweg antreten konnten.

Es freut uns, dass unser Angebot von Jahr zu Jahr bekannter wird und dass Frauen in Notsituationen auf dem größten Volksfest der Welt nicht alleine da stehen, sondern von vielen Seiten Unterstützung erhalten.

Bild in Lightbox öffnen: Lageplan

29. Juli 2016

Sachbericht 2015 als pdf

Kunterbunt geben die Notruf- Mitarbeiterinnen einen Einblick in ihre jeweiligen Arbeitsschwerpunkte und vermitteln so einen lebendigen Eindruck von unseren vielfältigen Angeboten.

Sie erfahren u.a. etwas von unseren Angeboten für geflüchtete Frauen, bekommen einen Eindruck von unserer Facebook-Seite (mit einzelnen Posts erreichen wir teils mehr als 10.000 Personen!) und können sich zu Prävention von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz informieren.

Besonders ans Herz legen möchte ich Ihnen den Beitrag unserer Praktikantin auf Seite 22, der die Gelegenheit bietet, gewohnte Denkmuster zu überprüfen! Wer sich für Zahlen – Daten – Fakten interessiert, ist ab Seite 27 gut aufgehoben.

Wir wünschen Ihnen eine angenehme Lektüre und freuen uns über Rückmeldungen.

Sachbericht 2015


07. Juli 2016

„NEIN heißt NEIN“ ist da!

Der Frauennotruf München begrüßt die am 7. Juli vom Deutschen Bundestag verabschiedete Reform des Sexualstrafrechts, in dem fortan der Grundsatz „Nein heißt nein“ verankert ist. Diese Reform stellt einen deutlichen Paradigmenwechsel dar. Nicht mehr eine Nötigung ist Voraussetzung für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs, sondern entscheidend ist der Wille der Betroffenen. Damit ändert sich ganz grundlegend die bisherige Auffassung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung im Gesetz.

 

 

Bisher waren sexuelle Handlungen an einer Person nicht strafbar, wenn diese nur verbal ihren entgegenstehenden Willen deutlich gemacht hatte. Für eine Strafbarkeit mussten zum Beispiel eine Drohung oder das Anwenden von Gewalt hinzukommen. Künftig kommt es für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung nicht mehr darauf an, ob Gewalt angewendet wurde oder die Betroffene sich körperlich gewehrt hat. Entscheidend ist, dass der Täter sich über den ‚erkannten Willen‘ der Betroffenen hinweggesetzt hat.

Damit sind auch die Anforderungen der Istanbul-Konvention erfüllt, die ganz klar die Strafbarkeit aller nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen fordert. Mit der Verabschiedung des reformierten Sexualstrafrechts kann dieses wichtige Menschenrechtsabkommen nun endlich auch von Deutschland ratifiziert werden.

Bild in Lightbox öffnen: Online_Banner

19. April 2016

Neue Kampagne „Violence? No!“

Nach den Ereignissen von Köln ist das Problem Männergewalt gegen Frauen präsenter in der Öffentlichkeit als je zuvor. Im Fokus stehen Männer mit Migrationshintergrund. Aus unserer Praxis wissen wir: Gewalt gegen Frauen ist kein importiertes Problem. Unsere Klientinnen können dies aus eigener Erfahrung bestätigen. Seit 2015  leben viele geflüchtete Frauen in München; einige von ihnen waren schon vor ihrer Flucht von Gewalt betroffen und/oder sind jetzt von Männern, die Gewalt ausüben, bedroht. Damit Frauen den Mut finden, sich zur Wehr zu setzen und den Weg zu uns finden, haben wir eine ganz besondere Karte mit einer klaren, gut verständlichen Botschaft entwickelt, die auch Menschen ohne Deutschkenntnisse erreicht.

Hier ist sie. Wir freuen uns sehr, Ihnen unsere Violence? No! Karte vorzustellen.

Frauen vermitteln wir damit: „Du musst Gewalt nicht hinnehmen, du darfst dich wehren. Wir helfen dir.“  An Männer geht die Botschaft: „Keine Gewalt gegen Frauen!“ Mit dieser Karte starten wir unsere Kampagne: Violence? No! Keine Gewalt gegen Frauen! Diese Botschaft wollen wir in den nächsten Monaten an öffentlichen Orten der Stadt aussenden. Als Start wird unsere Botschaft als Filmclip einen Monat lang auf den Screens sämtlicher McDonalds-Filialen zu sehen sein. Wir werden die Karte in Kneipen und Kinos verteilen lassen, sie wird als Werbebanner in den U-Bahnen und als Filmclip auf den Info-Screens an öffentlichen Orten wie U-Bahnhöfen zu sehen sein. Wir wollen damit Frauen und Männer ansprechen.


04. April 2016

frauennotruf münchen auf facebook

Besuchen Sie, besucht uns auch auf facebook!

Wir informieren abwechslungsreich und vielseitig

Wir bieten eine Plattform zum Mitdiskutieren und Mitgestalten

Wir vernetzen und tauschen Erfahrungen aus

frauennotruf münchen auf facebook… verbindet – informiert – unterstützt – diskutiert – macht aktiv – macht stark – macht Mut – macht Spaß

Wir freuen uns darauf mit Ihnen, mit Dir im Kontakt zu sein

https://de-de.facebook.com/pages/Frauennotruf-M%C3%BCnchen/433790650015758

Bild in Lightbox öffnen: Facebook

08. März 2016

NEIN heißt NEIN

Der bff hat aus aktuellem Anlass die Online-Petition www.change.org/neinheisstnein wieder geöffnet.

Unterschreiben auch Sie für ein modernes Sexualstrafrecht. Helfen Sie mit, die Petition weiter zu verbreiten!

Der aktuell diskutierte Gesetzentwurf aus dem Bundesjustizministerium zur Änderung des Sexualstrafrechts sieht nicht vor, dass ein ‚Nein heißt nein‘ gelten soll. Der Entwurf ist kein Paradigmenwechsel hin zu einem voraussetzungslosen Schutz der sexuellen Selbstbestimmung.


25. Februar 2016

Ruhmeshallenfilm jetzt auf DVD

Vielfalt in die Ruhmeshalle – Ein Denkmal erzählt Erfolgsgeschichten

Vielfalt in die Ruhmeshalle

D 2008 – 2014
Idee und Konzept: Gabi Kleineidam, Performance Team: Ruth Weizel, Gabi Kleineidam, Maike Bublitz, Miriam Vath und die Bilderträgerinnen, dt. OF, 15 Min.

Die Intervention und Performance vor den Männerköpfen der Ruhmeshalle München ereignete sich 2008 und veränderte für kurz das patriarchale Bild dieses Denkmals, für eine dauerhaftere Erinnerung wurden die spontan gedrehten Bilder in einem Kurzfilm festgehalten.

Eine feministische Kunstaktion des Frauennotruf München.

Die DVD ist beim Frauennotruf für 10 € erhältlich.